Unsere Geschichte

Als die New Yorker Graffiti-Bewegung Anfang der 90er Jahre nach und nach Europa eroberte und auch vor dem Ruhrgebiet mit seiner Vielzahl urbaner Spielflächen nicht halt machte, mahnten unsere Eltern noch: „Junge, mach kein Zinnober!“ Doch so wie der Maler Zinnober aus dem gleichnamigen Bilderbuchklassiker sich heimlich daran macht, seine graue Stadt zur Freude ihrer überraschten Bewohner in bunten Farben anzumalen, fanden auch wir uns bald auf nächtlichen Streifzügen wieder, in denen wir die uns umgebenden postindustriellen Stadtlandschaften mit Farbeimer und Sprühdose kreativ umgestalteten.

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Aus dem jugendlichen Leichtsinn jener Tage ist längst eine professionelle Arbeitsstruktur entstanden. Seit 2007 verwirklichen die Agentur Zinnober unter Leitung von Gabor Doleviczenyi mit Freude und Kreativität die unterschiedlichsten Gestaltungsprojekte und bringt unter Einbezug sichtbarer und versteckter Potentiale von Räumen und Umgebungen mehr Farbe in den Alltag ihrer Kunden.

Ob in der Realisierung großflächiger Wandbilder wie der 2008 im Auftrag von RWE entstandenen Gestaltung der Umspannanlage Herkulesstraße – dem größten Wandbild Essens – oder der Entwicklung installativer Designprojekte wie dem skulpturalem Wegeleitsystem „Follow the white rabbit“ für die Extraschicht 2010 auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zeche Zollverein: Für jeden Gestaltungswunsch findet und entwickelt Zinnober individuelle Lösungen in Form und Funktion und verbindet dabei Design und künstlerisches Denken.

So arbeitet Zinnober seit 2009 regelmäßig mit dem Choreografen Samir Akika und dessen Tanztheater-Kompanie Unusual Symptoms zusammen und entwirft Bühnenbilder, die nicht nur an deutschen Stadttheatern, sondern auch schon in Usbekistan, Kambodscha und Indien zu sehen waren.

Zudem entwickelt und koordiniert Zinnober in Zusammenarbeit mit Künstlern, Kuratoren und Institutionen Kulturprojekte wie das 2012 im Auftrag des Goethe-Instituts Bangalore durchgeführte vierwöchige Street-Art Festival „One Month Of Urban Avantgarde“ und beteiligt sich künstlerisch an Projekten wie „Waende Südost“, einem international besetzten Kunstprojekt zur Gestaltung von Schallschutzwänden entlang der A40.

 2016 entstand im Auftrag von innogy ein weiteres Wandbild im Großformat. Das von uns entwickelte Konzept greift die Rolle Essens als „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ auf. Unter dem Titel „Ever/Green“ entwarfen wir die collagierte grafische Utopie eines urbanen Lebensraums zwischen industriellem Erbe und der grünen Zukunft ehemals industriell genutzter Flächen.
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